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Versorgung
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(Auszug aus „Liberal hier und heute, eine Utopie?“ von Martin Orack)
Nachhaltigkeit muss nicht nur in der
Energiediskussion Einzug halten, sondern bei allen Verbrauchsthemen, ob bei
Energie, Wasser, Landschaft, Luft und Rohstoffen. Man kann durchaus die derzeitige
Geschwindigkeit der technischen Entwicklung in Frage stellen. Sinnvoller wäre
es, als Ziel zu verfolgen, dass in spätestens 100 Jahren alle Menschen unter
gleichen Bedingungen leben und daraus ableiten, wie wir jetzt und bis dahin mit
den Ressourcen sparsam umgehen müssen, um das zu ermöglichen. Ein
menschenwürdiges, auskömmliches Leben für alle weltweit muss vorrangig
angestrebt werden, auch wenn der technische „Fortschritt“ dadurch ein wenig
ausgebremst wird.
Eine Mülltrennung und Wertstoffhöfe
sind unzumutbar für Ältere und Schwache und für Arme ohne ausreichenden Platz
und Transportmittel. Die Entsorgung ist wohnungsnah ohne körperlichen Aufwand
sicherzustellen. Es muss eine Rücknahmeverpflichtung für alle Waren und Verpackungen geben.
Konsumgüter- und Verpackungsrücknahme
muss ohne Einschränkungen durch den Hersteller erfolgen mit nachhaltiger
Absicherung durch alle Beteiligten in der Vertriebskette.
Kernenergie ist in keiner Weise
nachhaltig, das sind nur die Sonne
direkt und indirekt mit Wärmepumpen, Wind und Wasser. Aber das gilt
grundsätzlich auch nur dann, wenn man auf großindustrielle Umsetzung
verzichtet. Nur durch verteilte Erzeugung kann Landschaftsverbrauch vermieden
und eine große Ausfallsicherheit erreicht werden.
Wenn ein Windkraftrad umstürzt, das
zu nah an eine Straße oder ein Gebäude angrenzt, was leider allzu oft der Fall
ist, kann es zu einem schweren Unfall kommen, was sich planerisch vermeiden
ließe. Wenn ein Kernkraftwerk außer Kontrolle gerät, dann sind ganze
Landstriche auf Jahrzehntausende unbewohnbar und unmittelbar Millionen Menschen
von Tod oder Siechtum bedroht.
CO2 gehört zum natürlichen Kreislauf
auf der Erde, es bleibt ein „leicht“ zu
beeinflussender natürlicher Kreislauf, wenn man es ernsthaft will.
Aber die künstliche, gerade seit 50
Jahren genutzte Kernspaltung mit ihrer die natürliche mehrfach übersteigenden
Radioaktivität, bleibt uns auch nach Ende der Nutzung noch Jahrzehntausende als
Last erhalten mit unabsehbaren Folgen für Pflanzen, Tiere und Menschen. Ganz
abgesehen davon, dass die Möglichkeiten für Zwischen- und Endlagerung noch gar
nicht existieren, wir also noch gar keinen „sicheren“ Zustand mit
Erfahrungswerten haben.
Der Atomausstieg könnte beschleunigt werden durch eine
Ergänzung des Vertrages mit einer Kostenkomponente in Form einer
Subventionsrückerstattung, die bei vorzeitiger Abschaltung eines Werkes erlassen wird.
Alle staatlichen Zuschüsse, die jemals im Zusammenhang mit dem
jeweiligen Werk gezahlt wurden, einschließlich Abgabenerlasse, sind in
progressiv steigenden Raten zwischen 2010 und spätestens 2030
zurückzuerstatten längstens bis zum
Zeitpunkt der Abschaltung, dann wird der Rest erlassen.
Das Abschalten muss sich für die nur
betriebswirtschaftlich kalkulierenden Betreiber "lohnen" und es wird
rückwirkend endlich eine echte Kostenrechnung veranlasst.
Für Wege und Netze sollte mindestens eine Grundversorgung staatlich sein, das gilt für Kraftwerke,
Wasserwerke, Gaswerke, Schienen, Straßen, Wasserwege, Luftverkehr, Tele- und
Datennetze und Sendeeinrichtungen. Die Grundversorgung muss durch den Staat
sichergestellt werden, zum einen finanziell, aber im Notfall auch materiell.
Nur darüber hinausgehender Komfort kann der privaten Marktwirtschaft überlassen
werden.
Die beliebige Verfügbarkeit von Auto
und Energie haben zur Flächensiedlung geführt.
Die Versorgung ist zentralisiert, das Leben dezentralisiert.
Sinnvoll wäre, diesen Trend wieder
umzukehren, das Leben und Wohnen und Arbeiten sollte bei minimalem
Flächenverbrauch in zentralen Schwerpunkten organisiert sein, die Versorgung
sollte möglichst dezentral realisiert werden. Nur so ist eine gerechte und
gleiche Versorgung der gesamten Menschheit vorstellbar.
Abhängigkeit bei Öl, Gas, Uran und
anderen Ressourcen von nicht demokratischen Regierungen macht erpressbar.
Allein deshalb, und nicht nur wegen der begrenzten Vorräte, ist
aus politischen Gründen möglichst bald der Umstieg auf erneuerbare,
dezentrale Energien anzustreben.